Agra und das Taj Mahal

Opulente Schönheit trifft auf viele Menschen

Agra - nur 200 km von Neu Delhi entfernt – befindet sich im Bundesstaat Uttar Pradesh. Bekannt ist die Millionenstadt für das Taj Mahal, eine Sehenswürdigkeit, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Ansonsten bietet die Stadt nicht sonderlich viel. Motorräder, Tuk Tuks und Autos dominieren die Innenstadt. Kulturschock hin oder her, Agra ist nüchtern betrachtet keine klassisch schöne Stadt. Daher finden sich hier viele Tagestouristen wieder. Vormittags geht’s in Neu Delhi los, nachmittags zieht man sich schnell das Taj Mahal rein, dann geht’s wieder zurück. Das bedeutet allerdings, dass man Sonnenauf- und Untergang verpasst und den Menschenmassen um die Mittagszeit nicht entkommen kann. Also: mindestens eine Nacht in Agra verbringen. Und die Tuk Tuks ignorieren.


Wie komme ich nach Agra?

Die wohl beste Art der Fortbewegung in Indien ist das Zugfahren. Während unserer Reise haben wir alles getestet (mehr dazu später): von Tuk Tuks, Ubers, Flugzeug, Motorrad übers Zugfahren. Einen eindeutigen Gewinner gibt es dabei nicht, Zugfahren ist aber vorne mit dabei. Die Indian Railways bietet zehn verschiedene Klassen. Dabei ist First Class AC die höchste Wagenklasse, hier steht einem der meiste Platz zur Verfügung. Unreserved ist die tiefste Wagenklasse. Dabei muss man sich mit 300 weiteren Passagieren den Wagon teilen. Für unsere Zugfahrt nach Agra haben wir uns für die Klasse AC 2-tier sleeper entschieden. Der Wagon bietet auf einer Seite des Gangs Vierbettabteilen, auf der anderen Seite befinden sich zwei weitere Betten. Privatsphäre schafft man sich durch durchgenudelte Vorhänge. Und das war ok. Ich habe mich nicht voller Inbrunst auf das Bett geworfen, aber man konnte bequem und sicher reisen. Und kam dabei schnell voran.

 

Was darf ich nicht verpassen?

Ganz klar und ohne nachdenken zu müssen – natürlich das Taj Mahal. Das Monument zieht täglich Tausende von Besuchern an und zählt zu den schönsten Bauwerken weltweit.

Was ist zu erwarten?

Vier Millionen Besucher kommen jährlich nach Agra um das Taj Mahal zu besichtigen. Die Erwartungen sind also hoch. Betritt man zum ersten Mal das Mausoleum, das Großmogul Shah Jahan für seine 1631 verstorbene Ehefrau errichten ließ, stock einem kurz der Atem. Die Details des aus weißem Marmor errichteten Grabmals sind schier unendlich. Das ca. 58 Meter hohe Mausoleum wird von vier Minaretten eingerahmt, die sich leicht nach außen neigen (so können sie im Falle eines Erdbebens nicht das Grabmal beschädigen). Die gesamte Anlage hat eine vollkommene, beruhigende Symmetrie, die jeden Design- und Architekturliebhaber das Herz aufgehen lässt.

Wann sollte man das Taj Mahal besuchen?

Da man uns mehrmals empfohlen hat, das Taj Mahal zum Sonnenaufgang zu besuchen, befolgten wir diesen Rat. An unserem zweiten Urlaubstag sind wir als 5:30 Uhr (...) aufgestanden. Eine knappe Stunde mussten wir (Frauen und Männer getrennt) anstehen, um dann pünktlich zum Sonnenaufgang dieses atemberaubende Monument zu bestaunen. Ein Mal angekommen, benötigt man mindestens zwei Stunden, um das Mausoleum in seiner ganzen Pracht wahrnehmen zu können. Allerdings sollte man sich nicht von den Menschenmassen abschrecken lassen. Denn obwohl um diese Uhrzeit noch deutlich weniger los ist als um die Mittagszeit, ist das Taj Mahal einer der beliebtesten Reiseziele Indiens. Und wer die ach so beliebten Fotomotive mitnehmen möchte, der muss zusätzlich warten und in der Schlange stehen.

Der beste Blick auf das Taj Mahal

Natürlich haben wir den Anblick aus nächster Nähe genießen wollen, allerdings hat man den besten Blick auf das UNESCO-Weltkulturerbe von der Parkanlage Mehtab Bagh. Mit dem Tuk Tuk fährt man auf die gegenüberliegende Seite des Yamuna Flusses und kann die Schönheit des Taj Mahals in vollem Umfang genießen. Die Anlage ist zudem besonders beliebt bei frischverlobten – bzw. verheiraten Pärchen, die hier ihre romantisch inszenierten Fotoshootings veranstalten. Wunderbar kitschig – und wunderbar unterhaltsam.



Und noch was!

Neben dem Taj Mahal lohnt sich ein Besuch im Agra Fort, das gerade mal 2,5 km vom Grabmal entfernt ist. Die Palastanlage aus der Epoche der Mogulkaiser wurde 1983 in das UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Das von einer gigantischen Mauer umgebene Fort zeigt sich im Inneren von überraschender Schönheit. Moscheen, Gärten und detailreiche Architektur lassen das Taj Mahal blass aussehen. Ok, auch nicht so ganz. Aber ein Besuch lohnt sich trotzdem!

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Kommentare: 2
  • #1

    Jens (Montag, 19 November 2018 21:43)

    Toller Beitrag!! Indien steht jetzt erst recht ganz oben auf meiner Reiseliste.

  • #2

    Magdalena (Mittwoch, 05 Dezember 2018 19:49)

    Tolle Beiträge über Indien! Da haben wir viele Stationen während unserer Hochzeitsreise erlebt. Sofort würde ich wieder nach Indien, da es einfach so viel zu erleben und entdecken gibt. Ich mag das Bunte, Laute und die Vielfalt Indiens! Viele Grüße, Magdalena von www.duopreneur.de